Sportmedizin

1. Regenerative Injektionstherapien (Eigenblut & Infusionen)
Diese Verfahren nutzen körpereigene Wachstumsfaktoren oder hochdosierte Nährstoffe, um die biologische Heilung von schlecht durchblutetem Sehnengewebe zu beschleunigen.
  • ACP (Autologes Conditioniertes Plasma) & PRP (Platelet-Rich Plasma): Dem Patienten wird Blut entnommen und zentrifugiert. Das konzentrierte, plättchenreiche Plasma wird direkt an die gereizte oder teilgerissene Sehne injiziert. Es setzt Wachstumsfaktoren frei, die die Geweberegeneration stimulieren.
  • PRF (Plättchenreiches Fibrin): Eine Weiterentwicklung von PRP. PRF bildet eine matrixartige Fibrinstruktur, aus der die Wachstumsfaktoren über einen längeren Zeitraum (verzögert) abgegeben werden. Dies ist besonders effektiv bei strukturellen Sehnenschäden.
  • Vitamininfusionen & Aufbaupräparate: Hochdosiertes Vitamin C, Aminosäuren (wie Prolin und Glycin für die Kollagensynthese) sowie Mineralstoffe (Zink, Magnesium) werden per Infusion verabreicht. Sie optimieren den Zellstoffwechsel und liefern die Bausteine für die Sehnenreparatur.
2. Lokale Schmerz- und Infiltrationstherapie
Diese Methoden dienen der schnellen Schmerzlinderung, Entzündungshemmung und der Durchbrechung des chronischen Schmerzkreislaufs.
  • Infiltrationen: Gezielte Spritzen an oder in die Sehnenscheide (peritendinös). Verwendet werden meist lokale Betäubungsmittel (Lokalanästhetika), homöopathische Mittel (z. B. Traumeel) oder in Ausnahmefällen Kortison (Vorsicht: Kortison kann das Sehnengewebe bei wiederholter Gabe schwächen).
  • Quaddelungen (Intrakutane Reiztherapie): Hierbei injiziert der Arzt ein Lokalanästhetikum in Form von kleinen Flüssigkeitsdepots ("Quaddeln") direkt unter die Hautoberfläche über dem betroffenen Sehnenareal. Dies blockiert die Schmerzweiterleitung und verbessert reflektorisch die Durchblutung des darunterliegenden Gewebes.
3. Apparative Therapie & Elektrostimulation
Physikalische Reize unterstützen die Heilung, erhalten die Muskulatur und lindern den Schmerz ohne Medikamente.
  • EMS (Elektromyostimulation): Erzeugt Muskelkontraktionen durch elektrischen Strom. Bei Sehnenverletzungen wird EMS genutzt, um die umliegende Muskulatur zu kräftigen und Atrophien (Muskelschwund) während der Schonphase zu verhindern, ohne die verletzte Sehne mechanisch zu überlasten.
  • TENS (Transkutane Elektrische Nervenstimulation): Sanfte Stromimpulse blockieren die Schmerzweiterleitung zum Gehirn (Gate-Control-Theorie) und stimulieren die Ausschüttung körpereigener Endorphine. Reine Schmerztherapie für den Heimgebrauch. [1]
4. Technische Orthopädie & Entlastung
Die mechanische Absicherung schützt das Gewebe vor Fehlbelastungen und sichert den Heilungserfolg.
  • Orthesenversorgung: Bei einem Sehnenriss (z. B. der Achillessehne) fixiert eine Spezialorthese (wie ein Vault-Boot) den Fuß in einer exakten Position (z. B. Spitzfußstellung), damit die Sehnenenden ohne Zugspannung zusammenwachsen können.
  • Einlagenversorgung: Maßgefertigte orthopädische Schuheinlagen korrigieren Fußfehlstellungen (z. B. Knick-Senk-Fuß), welche die biomechanische Ursache für chronische Sehnenreizungen sein können. Eine Fersenerhöhung entlastet die Achillessehne akut.

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